Es tut mir fast schon leid, wieder schlechte Nachrichten über den neuen Nintendo DSi zu lesen. Ich mag meinen DS Lite sehr, er ist mein täglicher Begleiter durch den Alltag für den kleinen Spielehunger zwischendurch.

Wie Siliconera berichtet, werden Points, die man für Onlinekäufe im Handel erwirbt oder im Internet auflädt, nur entweder für Wii oder für DSi verwendbar sein. Wer also sein Kärtchen einlösen möchte, der muss sich entscheiden, Punkte aufteilen oder übertragen ist nicht möglich. Was für eine Enttäuschung.

Der Grund liegt darin, dass es keine unifizierten, sprich einheitlichen Accounts gibt und es de facto zwei verschiedene Netzwerkwelten sind.  Damit ist vermutlich auch die Hoffnung passé, dass Virtual Console Klassiker, die man für Wii gekauft hat, auch auf DSi übertragbar sind (sofern sie auch für DSi angeboten werden). Wenn also z.B. Final Fight auch auf DSi erscheint, könnte ich meine Wii-Lizenz nicht dafür benutzen, es ebenfalls auf DSi zu spielen.

Werfen wir doch mal einen kleinen Blick zur Konkurrenz, wie die das handhabt.

Bei Sony habe ich mir für die PS3 über den Store das gute alte Destruction Derby 1 nochmal gekauft. Meine original PS1-CD ist leider bei einem Umzug so verkratzt worden, dass die Audiotracks seitdem immer mal wieder springen. Als alter Fan der Serie bin ich froh, dass bei meiner 40 GB-PS3 zumindest die PS1-Klassiker weiterhin laufen. Doppelt gefreut habe ich mich, dass ich ohne jedes Hickhack, und ohne weitere Extrakosten eben dieses Destruction Derby auch auf meine PSP kopieren konnte. Ich kann es also auf beiden Geräten völlig identisch nutzen, Zuhause auf dem Flatscreen und unterwegs auf der PSP. Das nenne ich kundenfreundlich! Es ist schon ein tolles Gefühl, wenn auch auf der PSP das gute alte PS1-Logo auftaucht und alles ganz legal ist.

Sony hat, was den Konsolen-Onlineservice angeht, einiges an (berechtigter) Schelte bekommen, insbesondere im Vergleich mit Xbox Live. Aber sie haben sich sehr verbessert und sind, insbesondere bei der Lizenz für klassische Spiele, für mich aktuell der Maßstab der Branche. Da Microsoft keinen Handheld hat, bleibt nur Nintendo als direkter Wettbewerber. Wenn deren Lizenzmodell für DSi und Wii wirklich so umgesetzt wird, hoffe ich auf eine Art Virtual Console-Dienst auch bei Sony, bei dem auch Dritthersteller von Klassikern eine Übertragung auf die PSP erlauben.

Denn dann könnte ich die Spiele auch mal mobil in den Urlaub mitnehmen, ohne entweder die stationäre Konsole abbauen zu müssen (völlig abwegig) oder dasselbe Spiel nochmal kaufen zu müssen (definitiv nicht kundenfreundlich). Sorry Nintendo, da kann ich doch lieber gleich überlegen, die alten Spiele für SNES oder Mega Drive im Original als Modul zu kaufen. Wenn ihr schon einen leistungsstarken Handheld im Angebot habt, der die alten Schätzchen problemlos emulieren könnte, warum darf ein treuer Käufer von euren beiden aktuellen Geräten eine Auswahl an Spielen nicht auf beiden ohne Extragebühr spielen?

Traurig werde ich auch, wenn ich einen Blick zu Microsoft werfe. Deren Live-Dienst ist vom Preis-Leistungsverhältnis her eine Art Mercedes-Benz, nicht das billigste, aber dafür ein gutes Gesamtpaket, wenn nicht das beste. Dort habe ich einen einheitlichen Gamertag, eine Freundesliste und einen Gamerscore und kann bei einigen Spielen sogar gegen PC-Spieler antreten (die den Dienst kostenlos nutzen). Mir ist klar, das auf DSi und auf Wii die Spiele nicht annähernd so gleich sein können wie bei Xbox 360 und PC. Aber trotzdem dürfte es ruhig eine Plattform sein, auf der ich alles zentral im Blick habe.

In Richtung von Nintendo kann ich nur sagen: Bitte, bitte bessert da nach, wenn das alles so stimmt. Die Konkurrenz macht es euch doch deutlich vor, wie man Onlinedienste und Downloads kundenfreundlich gestalten kann, und das auch auf ziemlich abgeschottenen kopiergeschützten Plattformen. Ihr seit die Firma mit den wohl meisten richtig guten Klassikern, Mario, Zelda, Metroid und wie sie nicht alle heißen. Der Begründer vom modernen mobilen Daddeln überhaupt. Euer Onlinedienst hat ein Riesenpotential. Es wäre schade, ausgerechnet dann nicht dem Markt zu folgen und gerade die treuesten Kunden nicht mit gutem Service zu belohnen.