Schleche Nachrichten für Import-Freunde: Der neue Nintendo DSi wird laut einer Meldung von Golem.de der erste Nintendo-Handheld überhaupt sein, der eine regionale Abspielbeschränkung von Software hat. Also wird ein Programm, das für die USA bestimmt ist, nicht auf einem europäischen DSi laufen. Das gilt Programme, die ganz konventionell aus dem Handel kommen und für Titel aus dem Onlineshop.

Der Regionalcode wird damit begründet, dass Nintendo wegen der neuen Internetfunktionalität für verschiedene Regionen verschiedene Services verfügbar machen will. Allerdings wird jeder DSi generell Internetfunktionalität haben, die Frage ist dann nur, wie stark eingeschränkt.

Darüber hinaus wird es ein von Land zu Land verschiedenes Partental-Lock System geben, bei dem die Eltern festlegen können, ab welcher Altersgrenze welche Spiele gespielt werden dürfen.

Grundsätzlich habe ich Verständnis für diese Schritte, Nintendo hat selbstverständlich das Recht, seine Produkte einzuschränken wie sie wollen. Doch gerade bei Handhelds habe ich mir auch immer wieder mal beim Urlaub in Übersee das eine oder andere Spiel gekauft das entweder hierzulande nie erschienen ist oder teilweise erst mit großer Verzögerung bei uns auf den Markt kam. Das würde mit dem DSi zumindest serienmäßig nicht mehr möglich sein. Auch wenn ich das überhaupt nicht gutheißen kann, es könnte durchaus so sein, dass sich daraus ein ähnliches Hase und Igel-Rennen mit der Homebrew-Szene ergibt wie bei der PSP. Im Gegensatz dazu hat Nintendo bislang eher Ruhe bewahrt und wegen der Ausrichtung auf andere (potentiell auch weniger kopierfreudige) Zielgruppen trotzdem sehr gute Gewinne gemacht.

Die offizielle Begründung mit den regional verschiedenen Internetfunktionalitäten kann ich nicht ganz nachvollziehen, es gibt sehr erfolgreiche Mittel und Wege, z.B. über eine Lokalisierung der IP-Adresse den verfügbaren Content zu beschränken, auch und gerade beim Jugendschutz. Bei PC fällt mir dazu als erstes Steam ein, was sehr gut funktioniert, und bei den Konsolen der Jugendschutz von Xbox Live. Die wenigsten Käufer, gerade bei Nintendo, dürften in der Lage sein oder überhaupt wissen, ob und wie man sowas aushebeln kann. Den Parental-Lock hingegen finde ich ich sinnvoll, vorausgesetzt die Eltern interessieren sich, was der Nachwuchs so spielt. Aber das ist dann nicht mehr Nintendos Problem.