Die Gerüchteküche in den vergangenen Tagen hat ja schon ziemlch gebrodelt, aber jetzt ist die Katze aus dem Sack. Auf der Tokyo Game Show hat Nintendo offiziell den neuesten Spross seiner DS-Familie namens DSi enthüllt.

Dabei handelt es sich nicht um eine komplette Neuentwicklung, sondern vielmehr um eine Art größeres Update für den Nintendo DS lite.

Die größte Neuerung sind zwei (!) Kameras, die einmal im Deckel und im inneren Scharnier angebracht sind. Die „Scharnier-Kamera“ hat eine Auflösung von 640×480 Pixeln, die Kamera auf dem äußeren Deckel immerhin 3 Megapixel.

Und da Fotos eben auch nicht gerade klein sind, wurde dem Gerät ein SD-Kartenschacht spendiert. Fotos können auf dem Touchscreen verändert werden und in der Wii mittels der Speicherkarte auch weitergenutzt werden. Nicht klar ist im Moment, ob man die Fotos auch auf einem PC anschauen kann. Als sicher darf gelten, dass es Spiele geben wird, die von den Kameras intensiv Gebrauch machen werden.

Mit diesem neuen SD-Slot soll man laut Heise.de auch Sound-Datein speichern können, jedoch nur im AAC-Format. Wer jetzt gerne seinen MP3-Player ausmustern möchte: Leider hat Nintendo bis jetzt noch nichts zu einer Abspielmöglichkeit für MP3´s gesagt.

Nintendos DSi ist mit 214 Gramm Kampfgewicht sage und schreibe 4 Gramm leichter als der Nintendo DS, was allerdings angesichts der neuen zusätzlichen Hardware in Ordnung geht. Mit den Maßen 137 mm x 74,9 mm x 18,9 mm ist die DSi 2,6 mm dünner als der DS lite. Leider musste dafür der Slot für die Gameboy Advance-Spiele  entfallen. Bei meinem DS lite benutze ich den schon oft und gerne, also bin ich damit nicht so glücklich. Vermutlich gehöre ich damit aber zu einer Minderheit, die die „alten“ Module noch intensiv nutzt.

Die Displays sollen laut Golem.de 3,25 Zoll groß sein, statt 3 Zoll wie noch beim DS Lite, das klingt angenehm. Gerade bei so kleinen Abmessungen machen sich auch geringe Vergrößerungen ziemlich gut bemerkbar.

Kleiner und leichter, das sind meistens gute Anzeichen dafür, das die Leistungsaufnahme (sprich der Stromverbrauch) geringer ausfällt als bei einem Vorgängermodell. Beim DSi scheint das allerdings leider nicht zu gelten. Schaffte es der DS lite bei voller Bildschrimhelligkeit 5-8 Stunden durchzuhalten, so schrumpft die Laufzeit bei der DSi auf 3-4 Stunden. Mag sein, das das an der neuen höchsten Helligkeitsstufe liegt, es gibt jetzt insgesamt 5 (statt 4 beim DS lite). In der schwächsten Stufe werden daraus immerhin 9-14 Stunden. Zum Vergleich: Beim DS lite waren das 15-19 Stunden. Naja, Traumwerte sind das nicht, ich hoffe es wird einen optionalen Zusatzakku geben, der länger durchhält. Beim DS lite macht mir gerade die lange Akkulaufzeit unterwegs auf Reisen doch viel Freude.

Die DSi wird einen neuen Stromanschluss haben, der nicht zum DS lite kompatibel ist, frühentschlossene Käufer einer Japan-Version werden also wie in der guten alten Handheld-Zeit nicht um einen Spannungswandler herumkommen.

Aber der Import dürfte sich ohnehin, wenn überhaupt, nur für wirklich sehr eilige Fanboys lohnen: Das Gerät soll in Japan schon am 1. November 2008 für umgerechnet 129 Euro in den Handel kommen, bei uns kann man im Frühjahr 2009 damit rechnen. Da der DS lite wohl auch weiterhin im Angebot bleiben soll, dürfte für die DS lite im Vergelich hierzulande ein gewisser Preisaufschlag fällig werden.

Im Gegensatz zum Vorgänger wird bei der DSi ein Webbrowser von vornherein fest integriert sein, und es soll einen neuen Download-Shop für Spiele geben. Bei diesem Thema sehe ich im Vergleich zur Konkurrenz ohnehin einen großen Nachholbedarf, höchste Zeit das sowas im größeren Stil kommt.

Ich denke, die DSi stellt eher eine Evulotion statt einer Revolution dar, was allerdings nach dem radikal anderen Nutzungskonzept seit dem „Ur“-DS keine echte Überraschung ist. Es bleibt abzuwarten, wie innovativ die neuen Spiele die Kameras nutzen. Gut finde ich, das der DS lite weiterhin im Programm bleibt. Wer also nicht wirklich dieses DS-Update sofort braucht, der dürfte auch in absehbarer Zeit mit neuen Titeln versorgt werden, zumal beide Handhelds von der technischen Basis (CPU, RAM) vermutlich kaum Unterschiede haben. Die DSlite soll mehr Hauptspeicher haben, allerdings gibt es dazu noch keine weiteren Informationen.