Rockstar hat gestern seinen Finanzbericht für das dritte Quartal 2008 veröffentlicht, und wer zwischen den Zeilen liest, findet eine ganze Reihe an interessanten Informationen, auch für Nicht-BWLer. Golem.de berichtet auch darüber.

Da man sich in so einen Finanzbericht ziemlich aufmerksam einlesen sollte, hier nur die für Gamer interessantesten Fakten:

Im dritten Quartal lag die Anzahl der Erlöse für die gesamten Verkäufe für die Xbox bei 44%, und für die PS2 bei 37%. Den Rest (19%) teilen sich Wii, DS, PC und weitere Plattformen. Dieser „Publishing revenue platform mix“ besteht also aus der absoluten Summe der für die Plattform verkauten Titel, mit denen ein Gewinn erwirtschaftet wurde. Man muß kein großes Genie sein, um zum Schluß zu kommen, das ein sehr großer Teil davon aktuell von GTA 4 kommt. Das wiederum bedeutet, das sich die Xbox 360-Version tendenziell besser verkauft hat. An der Qualität der Version dürfte es positiv gesagt nicht liegen – auf der PS3 sieht es nur marginal anders aus und ist im Grunde genommen genauso gut. Vermutlich hat die Xbox 360 bei den Core-Gamern eine etwas größere Reichweite, und die Ankündigung der Xbox-exklusiven Downloadinhalte dürfte ebenfalls ein gewisses Gewicht für diese Zahlen sein.

In jedem Fall ist GTA 4 für Roclstar so eine Art Lizenz zum Gelddrucken:

„Net income for the third quarter was $51.8 million or $0.67 per share, compared to a net loss of ($58.5) million or ($0.81) per share in the third quarter of fiscal 2007.“

Das sind sehr beeindruckende Zahlen, in dritten Quartal 2007 lag noch ein Verlust von 58,5 Millionen Dollar an, im dritten Quartal 2008 wurden im Vergleich daraus 51.8 Millionen Dollar Gewinn. Da sollte Take Two den Jungs von Rockstar vielleicht mal einen kleinen Präsentkorb schicken 😉

Der Gewinn hätte jedoch noch höher ausfallen können:

„$5.4 million in professional fees and legal expenses, primarily related to Electronic Arts‘ unsolicited tender offer ($0.07 per share)“

Die ganze Übernahmegeschichte durch EA hat also allein 5.4 Millionen Dollar gekostet, mit bislang keinen greifbaren Ergebnissen. Das ist en schönes Beispiel, wie profitvernichtend legal issues und Übernahmephantasien sein können. Neben dem Verlust an Arbeitsplätzen ist auch bei wirtschaftlichen Schwergewichten keine pauschale Erfolgsgarantie da.  Aber erstmal genug BWL-Krams für heute 😉 Ich sollte lieber endlich mal GTA durchspielen, viel fehlt nicht mehr bis zum Abspann.

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