Das Jahr 2008 war, gelinde gesagt, für die HD-DVD bislang nicht besonders erfolgreich. Erst hat Warner den Ausstieg verkündet, danach folgten noch einige andere Labels, unter anderem auch aus Europa. In den Verkaufszahlen hat sich das ziemlich deutlich gemacht, trotz der jüngsten Preissenkungen für HD-Player steigt der Marktanteil von Blue-ray kontinuierlich. Ein weiterer sehr schwerer Rückschlag ist die Entscheidung der US-Versandvideothek Netflix, den HD-DVD Bestand nach dem Verleih-Lebenszyklus nicht wieder aufzufrischen.

Möglicherweise kommt das Ende jetzt doch schneller als gedacht. Wie der japanische Fernsehsender NHK berichtet, plant Toshiba den Ausstieg aus dem Geschäft mit der HD-DVD. Zunächst sollen die bestehenden Player weiterhin abverkauft werden, aber eine Weiterentwicklung wird nicht mehr stattfinden. Außerdem soll die DVD-Produktion (gemeint ist wohl eher HD-DVD-Produktion) in einem Toshiba-Werk in Japan eingestellt werden. Der Ausstieg könnte nach Einschätzungen von Marktbeobachtern hunderte Millionen Dollar kosten. Für Toshiba wäre das eine extrem bittere Pille, allerdings stellt sich schon die Frage, was man sonst tun sollte, wenn schon im Heimatmarkt der Anteil der HD-DVD auf nur noch 10 % kommt. 90% Marktanteil für Blue-ray sind für eine dauerhaft wirtschaftliche Basis wohl ein KO-Kriterium.

Sollte sich das alles bewahrheiten, dürfte dieser Schritt der letzte Sargnagel für die HD-DVD sein. Angesichts der aktuellen Marktsituation bleiben kaum noch andere Optionen oder Wege offen, dass dieser Formatkireg noch anders ausgeht. Ob sich damit das bessere Format durchgesetzt hat, kann man nicht so genau sagen, weil beide unterschiedliche Stärken und Schwächen haben. Zumindest bleibt die Hoffnung, dass der HD-Markt mit nunmehr nur noch einem Format einen ähnlichen Boom erleben wird wie die DVD und das damit auch über kurz oder lang die Preise für Filme und Abspielgeräte noch weiter sinken. Ich warte ja immer noch auf ein gutes Angebot einer 60GB-PS3 😉

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