Allgemein

Studie: Sind junge Spieler doch keine einsamen Menschen?

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Schwerer Rückschlag für die CSU: Das alte Klischee vom chipsvernichtenden, egomanischen Sesselfurzer ohne soziale Akzeptanz und Freunde, dafür mit Akne und manisch gewalttätigen Tendenzen, gerät wieder mal ins Wanken.

Bei Golem.de wird über eine neue Studie vom Pew Internet Projekt berichtet, aus der hervorgeht, das jugendliche Spieler wohl doch ganz normale Menschen mit einem intakten Sozialleben sind. So wird unter anderem geschrieben:

Jugendliche, die täglich spielen, sprechen mit der gleichen Wahrscheinlichkeit per Telefon, schreiben genauso oft E-Mails und verbringen außerhalb der Schule genauso viel Zeit in Gegenwart anderer Menschen, die weniger spielen.“

Weitere Ergebnisse der Studie:

  • Rund 99% der männlichen und 94% der weiblichen Jugendlichen (12-17 Jahre) spielen in irgendeiner Form Computerspiele
  • Jeden Tag spielen 65% der männlichen und immerhin 35% der weiblichen Spieler
  • 86% der Spieler sind reine Konsoleros, 73% spielen auch oder nur am PC
  • 80 % mögen fünf oder mehr Genres, in folgender Reihenfolge der Beliebtheit:
    • Rennspiele
    • Denkspiele
    • Sportspiele
    • Actionspiele
    • Onlinerollenspiele

 In der Realität scheint es nach dieser Studie wohl so zu sein, das die medienwirksam hochgepushten „Killerspiele“, die wohl unter Actiospielen einzusortieren sind, nicht mal ansatzweise den hohen Stellenwert haben, der ihnen manchmal zugeschrieben wird.

Der interessanteste Teil ist aber folgender:
65 Prozent der Teenager spielen zusammen mit anderen im selben Raum und 27 Prozent mit Menschen, zu denen sie Kontakt über das Internet halten.

Das kann ich auch, abeits von allen statistischen Erhebungen aus meiner eigenen Erfahrung nur bestätigen. Viele Spiele machen gerade in der Gruppe am meisten Spaß, ob im Internet oder eben zusammen in einem Raum. Es ist im Grunde nicht viel anders als das Gruppenerlebnis, wenn man zusammen Karten oder Brettspiele gänzlich unvirtuell spielt, wie es früher halt so war und auch heute noch Spass macht.

Es gibt keinen Hinweis, das Computerspiele in iregendeiner Weise unsoziales Verhalten fördern oder bürgerliche Engagements verhindern. Eher das Gegenteil ist der Fall: „Jugendliche, die sich in Spieleszenen engagieren, werden sogar überdurchschnittlich oft auch anderweitig aktiv, zum Beispiel in der Politik.“

(News gefunden bei Golem.de, die Studie im Original gibt es hier.

Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein darf jedoch aufatmen: Die Studie beschränkt sich eben auf 12-17-jährige. Und da man in der Regel erst mit 18 hinterm Steuer sitzt, bleibt ja noch genügend Zeit, von diesen Computerspielen wieder wegzukommen, und statt dessen z.B. auf Volksfesten soziale Kontakte zu knüpfen. Und wenn man dann zwei Maß Bier intus hat, ist man laut Herrn Beckstein noch fahrtüchtig und kann seine neuen Bekanntschaften auch gleich nach Hause fahren. Oder vor den nächsten Baum.

Da bleibe ich doch lieber auf der Couch, esse Chips und überlege politisch aktiv zu werden.

Take Two: Übernahme durch EA ist vom Tisch

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Wie man heute in verschiedenen Quellen nachlesen kann, hat Electronic Arts die Übernahmegespräche mit Take Two abgebrochen. Nach der Prüfung der Unterlagen, die EA vorgelegt wurden hat man dort offenbar das Interesse verloren, ein weiteres Angebot zu machen. Damit geht ein ziemlich aufsehenerregender Übernahmeversuch in der Spielebranche zu Ende. Dabei standen die Übernahmepläne von vonherein unter keinem guten Stern. EA bot zwei Milliarden Dollar, aber weder das Take Two Management noch die Aktionäre nahmen das Angebot an. Und nicht zuletzt hat dann der überragende Erfolg von GTA 4 und damit die Wertsteigerung von Take Two dieses Geschäft zuletzt immer unwahrscheinlicher werden lassen.

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Studie: Onlinedienste für Konsolen stehen vor einem großen Boom

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Eine Studie von Parks Associates prognostiziert, dass der Markt für Onlinedienste von Spielekonsolen ein milliardenschweres Wachstum vor sich hat. Konkret von derzeit einer Miliarde Dollar auf acht Milliarden Dollar im Jahr 2013. Das sind sehr beeindruckende Prognosewerte, sie beziehen sich auf Umsätze mit Videoinhalten, downloadbaren Spielen und Spielerweiterungen.

Dabei führt laut dieser aktuellen Einschätzung der Onlinedienst Xbox Live von Microsoft vor dem PlayStation Network und den Online-Diensten von Nintendo. Wenn man sich die Dienste mal anschaut, verwundert diese Reihenfolge eigentlich kaum, Xbox Live ist ein seiner jetzigen Evoutionsstufe auf der Xbox 360 früher als das PSN gestartet, und war in der Umsetzung wesentlich konsequenter auf einen großen, kommerziellen Massenmarkt ausgerichtet. Das fängt bei der Nutzerführung an und hört bei der Stabilität und Zuverlässigkeit auf. Sony hat, insbesondere was die Bedienbarkeit und den Funktionsumfang angeht, noch sehr viel aufzuholen. Das deren Dienst aktuell kostenlos ist, war aus meiner Sicht eine kluge Entscheidung.

Spannend finde ich die Frage, was Nintendo aus diesem riesigen Marktpotential abschöpfen kann. Deren Strategie ist bislang doch sehr deutlich auf Offline-Gaming ausgelegt, Abgesehen von Virtual Console sind reine Downloadspiele bislang Mangelware und es gibt keine Distribution von Videocontent. Auf der anderen Seite haben Innovationen wie der Meinungskanal und die Mii-Bewertung ihren eigenen Charme und sicher auch noch verstecktes Potential.

(News gefunden bei Golem.de)

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Microsoft: Ensemble Studios werden geschlossen

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Nach dem Release von Halo Wars für die Xbox 360 (Anfang 2009) werden die Ensemble Studios zugemacht.

Diese News kommt ziemlich überraschend, das Studio hat seit 1997 mit dem ersten „Age of Empires“ bislang immer sehr solide Qualität abgeliefert.

Über den Grund steht es im Heise Newsticker:

„Es war eine finanziell begründete Entscheidung, die das weitere Wachstum der Microsoft Game Studios sichern soll.“

Und weiter:

„Die Führungsriege der Ensemble Studios soll ein neues Entwicklungsstudio gründen, das weiterhin mit Microsoft als Publisher zusammenarbeitet und für „Halo Wars“ Support leistet. Die übrigen Mitarbeiter versuche man, möglichst in offenen Stellen des Microsoft-Unternehmens unterzubringen, hieß es in einer Erklärung.“

Das ein Studio aufgelöst wird und die Entwicklung und der Support mehr ins Mutterunternehmen verlagert werden, wäre für mich zumindest sofort zu verstehen gewesen. Ein anderer großer Player, der das schon häufig gemacht hat, ist EA. Aber warum dann ein neues Entwiclungsstudio gegründet werden soll das wieder mit Microsoft zusammenarbeitet und den Support stellt, ist für mich nicht sofort ersichtlich und gibt Anlass zu Spekulationen. Vielleicht werden ja mehr Informationen zu diesem Deal bekannt.

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Command & Conquer Alarmstufe Rot 3 kommt mit SecuRom Kopierschutz

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Electronic Arts steht zurzeit massiv in der Kritik der Spieler, weil sich das Unternehmen auch bei C&C Alarmstufe Rot 3 für den sehr umstittenen Kopierschutz SecuRom entschieden hat.

Dieser Kopierschutz hat ein paar ganz besondere „Raffinessen“:
Ihr müßt ein Spiel das damit geschützt ist, einmalig beim Herstelleronline aktivieren. Danach dürft ihr es mit einer Lizenz auf fünf verschiedenen Rechnern installieren und die CD/DVD wird danach nicht mehr benötigt, sprich sie muss nicht im Laufwerk sein. Bei den Spielen Spore und Mass Effect ist das ganze übrigens nur auf drei Rechnern erlaubt.

Und jetzt kommt der Teil, den ich sehr problematisch finde: Nach diesen fünf Aktivierungen muss man sich direkt bei Electronic Arts melden. Und dort wird bei jedem Fall einzeln entschieden, ob man eine weitere Codenummer bekommt.

Um es deutlich hervorzuheben: Ein Wechsel des Rechners oder schon einiger Teile der Hardware genügen schnell, um auch als Einzelperson schnell dieses Limit zu erreichen. Und dann ist der Spieler im Prinzip einzig und allein auf das Gutdünken von EA angewiesen, ob er sein Spiel weiter nutzern darf. Ich finde das (gelinde gesagt) äußerst probematisch.

Ein Beispiel, wie bei mir dann ein Szenario mit C&C Red Alert 3 aussehen würde: Weil ich kein Hardcore-PC-Spieler bin, zocke ich ein Spiel nicht wirklich sofort durch. C&C 3 Tiberian Wars habe ich insgesamt allein schon auf mindestens drei Rechnergenerationen bei mir zuhause installiert, weil das Spiel dann mitgewandert ist. Bei den älteren Rechnen habe ich es aus Platzgründen auch paarmal zwischendurch deinstalliert. Das ich auch ältere Spiele nach ein paar Jahren nochmal probiere, liegt somit auf der Hand.

Mit SecuRom fehlen mir also zwei Sicherheiten:

  • Ich weiß nicht 100%ig, ob ich meine Lizenz nach 5 Installationen noch weiter Nutzen darf
  • Ebenfalls offen ist, was passiert falls mal der Support für das Spiel ausläuft, und es keine „Aktivierungshotline“ oder dergleichen mehr gibt

In beiden Fällen habe ich dann zuhause ein Stück Software, was ich nicht nutzen kann, und zwar weil der Hersteller es mir nach seinem Gutdünken faktisch verbieten kann, ganz egal ob ich es legal erworben habe und damit Geld geflossen ist. Für mich ist das indiskutabel und ein klarer Grund, von einem Kauf abzusehen. Dabei habe ich mich sehr auf Red Alert 3 gefreut, die Beta sieht wirklich vielversprechend aus. Ich bin immer bereit, ein gutes Produkt auch zu kaufen, weil mir die gebotene Leistung das einfach wert ist. Aber ich will mich nicht soweit gängeln lassen, bei Problemem in irgendwelchen „halblegalen“ Ecken des Internets dann nach einer „inoffiziellen Lösung“, sprich einem Crack zu suchen zu müssen oder auf die Entscheidung des Herstellers zu hoffen, das dieser „Schutz“ irgendwann deaktiviert wird.

Bei Golem.de bin ich auf ein interessantes Zitat von einem Entwickler im EA-Forum gestoßen:

„Ich finde, es wäre eine Schande, wenn sich Menschen dafür entscheiden, ein Spiel nur deshalb nicht zu spielen, weil es mit einem System zum digitalen Rechtemanagement erscheint. Allerdings verstehe ich, dass das eine sehr persönliche Entscheidung ist, und die respektiere ich.“

Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Ich finde, es ist eine Schande, wenn ein Hersteller sich entscheidet, ein Spiel mit einem dermaßen restriktiven Rechtemanagement auf den Markt zu bringen, das den ehrlichen Käufer so viel schlechter stellt als jemanden, der sich eine Raubkopie ohne die Schikanen besorgt.

Offenbar sehen das viele Spieler ähnlich, bei den Amazon-Bewertungen in Deutschland und in den USA hagelt es für Spore deswegen aktuell schlechte Bewertungen.

UPDATE:

Mittlerweile scheint man bei EA ein Einsehen zu haben, zumindest was den Kopierschutz von Spore angeht, Golem.de berichtet darüber. In einem Statement heißt es: „Wenn wir jemals die Spieleserver abschalten, veröffentlichen wir rechtzeitig einen Patch, der das DRM vollständig entfernt“

Und weiter heißt es: „„Wir lassen das Spiel niemals im Stich und schaffen keine Situation, in der Leute es nicht mehr spielen könnten.“

Dazu soll in Kürze für Spore ein Patch erscheinen, durch den man eine Aktivierung auf einem Rechner rückgängig machen kann, was besonders wichtig ist, falls man das Spiel verkaufen möchte.

Ich finde, das sind gute Schritte auf dem Weg zu mehr Verbraucherfreundlichkeit. Die Frage bleibt, ob die Proteste und damit die Negativschlagzeilen nicht vorher schon absehbar waren. Wenn es denn schon ein Kopierschutz sein soll, hätte doch eine übliche Lösung mit einer Lizenz, einer Installation und dem Datenträger im Laufwerk faktisch zumindest nicht soweit geschadet, als der Kunde das schon gewohnt ist und bei bei reibungslosem Funktionieren am ehesten akzeptiert.

Ich bin gespannt, wie bei Alarmstufe Rot 3 jetzt mit dem Kopierschutz verfahren wird, denn dazu gibt es noch keine Neuigkeiten.

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Duke Nukem als Film?

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Scott Faye, der Produzent des Max Payne-Films der im Oktober in die Kinos kommt, plant bereits einen weiteren Film. Und das soll Duke Nukem werden.

Na da bin ich mal gespannt, vor allem auf den Release-Termin 😉 Zurzeit wird das Filmszenario entwickelt, es ist noch keine Firma mit der Produktion beauftragt, solange nicht alle Beteiligten (auch der 3D-Realms Boss Miller) zufrieden sind. Hoffen wir mal, das der Max Payne Film gut ist. Wenn er Erfolg hat und die Qualität stimmt sehe ich realistische Chancen, das der Duke-Film noch vor Duke Nukem Forever herauskommt 😉

Das gute Verfilmungen von Spielen durchaus möglich sind, haben Doom und Resident Evil gezeigt. Besonders Doom habe ich im Kino geliebt, die sehr lange Ego-Shooter Sequenz gegen Ende hat mich seinerzeit fast aus dem Sessel gehauen, eine schönere Hommage an die Spielvorlage hätte es kaum geben können. Hoffentlich gibt es sowas auch bei den 3D-Realms-Spiel-Verfilmungen.

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Verbote von Computerspielen: „ein schlechter bayerischer Running Gag in Wahlkampfzeiten.“

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Seltsame Signale aus dem Süden unserer schönen Republik: Während anderenorts allmählich die Erkenntnis greift, das Computer- und VIdeospiele möglicherweise doch eher als Kulturgut und nicht als Werk des Teufels zu betrachten sind, ist die CSU in Bayern anderer Meinung. Pünktlich zum allmählich dort startenden Wahlkampf möchte der bayerische Innenminister Hermann (CSU) wieder eine politisch scheinbar sichere Keule schwingen: Killerspiele sollen verboten werden.

Der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, der Deutsche Kulturrat hat aus Berlin dazu einen sehr eindeutigen Kommentar gegeben:

Eigentlich war die Debatte um das Verbot von gewalthaltigen Computerspielen längst beendet. Sowohl in der Politik als auch in den Verbänden bestand Einvernehmen, dass die Kraft besser in die Ausbildung von Medienkompetenz bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sowie in die Auszeichnung guter Computerspiele gesteckt werden sollte, statt in einen Verbotsaktionismus zu verfallen, der in Zeiten des Internets ohnehin schwer durchsetzbar ist. Anerkanntermaßen hat Deutschland im Vergleich zu anderen Staaten besonders strikte Jugendschutzregelungen und das ist auch gut so. Handlungsbedarf besteht darin, gewaltfreie, anspruchsvolle Computerspiele stärker bekannt zu machen. Der geplante Deutsche Computerspielepreis der Bundesregierung zielt genau in diese Richtung und ist daher eine positive Maßnahme. Dem Vernehmen nach bemüht sich gerade die Bayerische Staatsregierung besonders darum, dass der Preis in München verliehen wird. Vor diesem Hintergrund ist die Forderung nach dem Verbot von Computerspielen ein schlechter bayerischer Running Gag in Wahlkampfzeiten.

Dieses klare und meiner Meinung nach wunderbar deutlich Statement macht einen weiteren Kommentar zu dem, was sich derzeit in Bayern tut, fast schon überflüssig. Das Gute: plumpe Verbotsforderungen und Pauschalisierungen, die offenbar nur auf die Stimmen von Wählern abzielen, die sich mit der Materie nicht auskennen, verlieren allmählich ihre Wirkung. Ja, Spiele SIND ein Kulturphänomen und in weiten Teilen Kunst, die Akzeptanz dafür wächst zum Glück und endlich bewegt sich die Wahrnehmung in eine sachliche, nicht pauschalisierende Richtung. Ein Blick in die jüngere Geschichte zeigt etliche Beispiele, bei denen es ähnlich war. Heute würde jemand, der sich für ein Verbot von Jeans, Rock´n´Roll  und VHS-Kassetten stark macht, nicht mehr ernstgenommen werden und eher mitleidig belächelt. In ein paar Jahren wird das bei Computer- und Videospielen nicht anders sein.

UPDATE: Mittlerweile ist die News auch auf Golem.de aufgetaucht und sorgt, wie nicht anders zu erwarten war, wieder mal für heftige Diskussionen.

UPDATE 2: Diesmal scheint sich das ganze noch mehr zu einem Bumerang für die CSU und ihre kompromisslose Linie zu entwickeln. Das Thema dreht immer fleißiger durch die Presse seine Runde, auch die PC-Games ist auf den Zug aufgesprungen. Sie bietet eine Protestaktion auf, mit dem Namen „Ich wähle keine Spielekiller„. Der Verlag der Zeitschrift sitzt in Fürth (Bayern) und die PC-Games ist eines der auflagenstärksten Print-Blätter im PC-Bereich. Bleibt zu hoffen, das das Beispiel Schule macht und auch die letzten Politiker merken, das Spieler eine immer stärker wachsende Wählerklientel sind, auf deren Rücken man immer schlechter mit stumpfen Verbotsforderungen Wahlkampf machen kann. Bei Golem.de gibts noch ausführlichere Informationen zu der Aktion.

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Ist die Xbox 360 technisch ausgereizt?

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Rod Fergusson von Epic Games, ein Entwickler der Gears of War Reihe, hat in einem Interview einen Ausblick auf die technische Zukunft der Xbox 360 gegeben. Demnach sollen grafische Verbesserungen bis 2010 im Bereich des möglichen liegen, danch ist was den sichtbaren Bereich angeht das Ende der Fahnenstange erreicht. Die Unreal-Engine 4, auf der die nächsten Versionen von Gears of War und Unreal Tournament laufen, wird schon für die nachfolgende Konsolengeneration von PS3 und Xbox 360 optimiert werden. Tim Sweeney, der Chef von Epic Games rechnet mit der Einführung der nächsten Konsolengeneration um das Jahr 2010 herum.

Wie realistisch ist diese Einschätzung?

Schauen wir uns mal an, wann die aktuelle Konsolengeneration auf den Markt gekommen ist:

Die Xbox 360 kam Ende 2005 auf den Markt, sie wäre im Jahr 2010 demnach im 5. Jahr des Produktlebenszyklus. Bislang kenne ich von seiten Microsoft her keine richtige Prognose, geschweige denn einen Plan, wie lange das Produkt in der aktuellen Form auf dem Markt sein wird. Die Xbox 1 wurde in etwa von 2001 bis 2005 verkauft, das entspricht also einem Zeitraum von gut 4 Jahren. Die kurze Zeit und die ziemlich schnelle EInstellung hatte mehrere Gründe, in der Summe muss man die erste Xbox eigentlich als großen Versuchsballon bezeichnen, ihr Nachfolger ist bis auf die teilweise Abwärtskompatibilität ein wesentlich ausgereifteres Konzept. So radikale Schnitte hat Microsoft in der Vergangenheit, trotz aller Unkenrufe über mitgeschleppte Altlasten, schön öfters gemacht. Weitere Beispiele sind der Sprung von Windows 3.11 auf Windows 95, das schnelle Ende von Windows ME, oder die Umstellung des Bedienkonzepts von Office 2003 auf Office 2007.

Bei der Xbox 360 stehen die Chancen nicht schlecht, dass sie über das Jahr 2010 noch im Handel bleibt, auch das Thema Abwärtskompatibilität ist, allein schon wegen der viele größeren Konsolenbasis in dieser Generation, wichtiger als noch bei alten Xbox 1 Spielen. Ich würde tippen, das noch bis mindestens 2011/2012 die Xbox 360 als low budget Gerät zumindest nicht ganz vom Tisch ist. Das das gut funktionieren kann, hat Sony mit der PS2 gezeigt, die sich (teilweise zu Sonys Leidwesen) immer noch akzeptabel verkauft. DIe PS2 ist immerhin schon acht Jahre auf dem Markt. Bei der Xbox 360 kommt begünstigend noch hinzu, dass sie von der Technik her sehr nahe am PC ist, Ports also nach wie vor einfacher sind als beispielsweise zur PS3.

Die PS3 soll, so ist aus mehreren Quellen zu hören, einen Lebenszyklus von 10 Jahren haben. Das halte ich für etwas zu optimistisch, weil der PS2-Dauerverkauf auch nach Erscheinen der PS3 eine ziemlich einmalige Chance in der bisherigen Geschichte der Branche war. Denn heute lauert im unteren Preissegment ein Wettbewerber, der für Gelegenheitsspieler bereits jetzt eine sehr starke Alternative ist: Nintendo. Auf der PS3 ist die Spieleentwicklung, was Kassenschlager angeht, zwar einigermaßen erfolgreich, aber eben doch stark auf Core Gamer ausgerichtet, wie Xbox 360 im Übrigen auch. Der Wechsel auf breitere Nutzerschichten hat gerade erst begonnen. Nintendo hat mit Wii das Prinzip der Fokussierung auf Casual-Gamer von Anfang an verfolgt und eine entsprechend breite Nutzerbasis. Für mich ist die Kleintel, die eine Wii mit Wii Sports und Wii Fit etc. daheim stehen hat durchaus ähnlich wie jene, die noch eine PS2 mit Singstar-Bundle kaufen.

Dazu kommt, das die PS3, würde sie nur bis 2010 wirklich erfolgreich sein, damit nur gute 4 Jahre auf dem Markt wäre. Das ist doch etwas arg kurz. Wenn man sich mit der Cell-Architektur, also dem technischen Herz der PS3 beschäftigt, dann sind noch viele Optimierungen möglich, bei entsprechendem Aufwand eventuell sogar etwas mehr als bei der Xbox 360.

Eine der spannendsten Fragen wird also in Zukunft sein, wieviel man aus der Achitektur der beiden Konsolen noch herausholen kann, wenn scheinbar das Ende der Fahnenstange schon erreicht ist. Das es auch danach noch viele Überraschungen geben kann, hat sich in der Vergangenheit schon oft gezeigt. Die letzten Spiele für den seligen C-64 sind intensivster Optimierung zu verdanken, und auch auf der PS2 hat im Jahr 2005 ein gewisses God of War auch trotz der Xbox 360 im Rückspiegel für Aufsehen gesorgt. Wir als Spieler dürfen also durchaus hoffen, das sich in diesem Fall die Geschichte wiederholt.
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Schaden gebrauchte Videospiele der Branche?

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Nach mehreren sehr erfolgreichen Jahren mit auch hierzulande sehr starkem (zweistelligem) Wachstum macht man sich Jens Uwe Intat, Europachef von Electronic Arts in einem Interview mit Gamesindustry.biz seine Gedanken über den Gebrauchtspiele-Markt. Golem.de hat sich aus dem Interview u.a. folgendes, sehr interessantes Zitat herausgepickt:

„Wir wollen Geschäftsmodelle aufbauen, die mehr und mehr über das Internet laufen und online zusätzliche Dienste und Inhalte zur Verfügung stellen. Auf die Art erkennen die Leute den Wert darin, nicht nur eine Disk zu kaufen und damit zu Hause zu spielen, sondern diese Spiele tatsächlich online zu spielen und dafür zu bezahlen.“

Zunächst mal ist gegen diese grundsätzliche Überlegung nichts einzuwenden. Wenn man sich mit dem Inhalt näher beschäftigt, ist die Kernaussage, das ein Spieler ein Spiel nicht nur als Datenträger kaufen soll, sondern das über zusätzliche Online-Inhalte ein Mehrwert geschaffen werden soll, gegen Bezahlung versteht sich. Die Fragen sind: Wie neu ist dieses Modell? Und wo sind da die Knackpunkte?

Meiner Meinung nach ist es nicht neu. Man schaue sich Xbox-Live an. Für Oblivion gibt es dort eine Reihe kleinerer Addons sowie mit Shivering Isles ein großes Erweiterungspack. Und für alle, die keine schnelle Internetanbindung haben, gibt es zumindest Shivering Isles auch im Laden zu kaufen.  Ich habe mir die Erweiterung ganz klassisch im Laden gekauft, weil ich meine Spiele nach wie vor am liebsten im Regal stehen haben möchte. Aber: Wäre schon das Hauptspiel nicht so gut gewesen, würde mich die Erweiterung nicht reizen. Die Liste an Spielen mit verfügbaren Erweiterungen, Map Packs etc. wird jeden Tag länger.

Damit sind wir beim ersten echten Problem: Zusatzcontent funktioniert nur dann gut, wenn schon das Hauptspiel ein Erfolg ist. Ansonsten dürften die Verkaufszahlen schlicht zu niedrig sein, weil wenig bzw. kein Anreiz besteht, in der Spielewelt noch länger zu bleiben.

Und was ist mit Spielen, die eigentlich nur auf Singleplayer-Modi ausgelegt sind? Auch hier sind die beiden Extreme schnell an einem Beispiel festzumachen: Oblivion und Word of Warcraft. Letzteres ist bekanntlich noch nicht mal für Konsolen erschienen. Ich finde MMORPG´s sehr interessant, habe aber schlicht keine Zeit, regelmäßig zu spielen. Blizzard feiert große Erfolge, keine Frage, aber WoW ist eben sehr zeitaufwändig und benötigt dauerhaft eine Verbindung ins Internet. Nicht jeder Spieler hat die Zeit und die Möglichkeit dazu. Und so sind reine Online-Spiele im Grunde eine weitere Nische.

Wo greift ein Gebrauchtspiele-Markt? Ich denke, bei Spielen die primär für Singleplayer ausgelegt sind. Das ist etwas, was es schon seit vielen Jahren gibt, mit dem rasanten Wachstum der Branche kommen auch mehr preisbewußte Käufer dazu. Rechtlich ist da wohl kaum etwas gegen zu unternehmen. Und hat sich ein Titel wie GTA IV nicht neu so erfolgreich verkauft, wie noch kein Unterhaltungsprodukt vorher? MIch persönlich hat der Kauf von Gebrauchtspielen ohne so ein großes finanzielles Flop-Risiko schon zu so mancher Spiele-Perle gebracht, deren Nachfolger ich allein schon aus purer Vorfreude direkt vorbestellt habe. Weils so schön paßt, hier mein Paradebeispiel: Hätte ich The Elder Scrolls III: Morrowind nicht gebraucht gekauft, wäre ich niemals bei The Elder Scrolls IV: Oblivion gelandet.

Deswegen würde ich mir folgendes wünschen, liebe Spiele-Publisher:

Bei Online-Titeln: Ja, bitte bitte mehr guten Content zum Download, damit man in der Welt noch länger etwas zu entdecken hat. Funktioniert aber nur bei Titeln, wo auch schon das Hauptprogramm erfolgreich war. Die werden im Gebrauchthandel wohl eher weniger auftauchen. Oder liegen bei Gamestop seit neuestem viele gebrauchte WOW´s rum? 😉

Bei Singleplayer-Titeln (offline): Hier gibt im Prinzip dasselbe wie bei den Online-Pendants, aber: Lasst den Spielern die Möglichkeit, auch ohne Internetverbindung  und ohne zusätzlichen Paid Content das volle Hauptprogramm zu genießen. Und bei erfolgreichen Titeln ist der Gebrauchtmarkt meiner Meinung nach mehr Chance als Risiko. Ein gebrauchtes hochbegehrtes Spiel ist doch die beste Werbung, den Nachfolger direkt zu kaufen, damit man nicht noch länger darauf warten muss. Dafür muss dann eben die Qualität stimmen.

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Entlassungen bei LucasArts

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Bei LucasArts werden Stellen gestrichen (vollständige News hier). Diese News an sich ist erstmal nur eine von vielen, die durch meinen täglichen Newsticker rauschen. Aber Moment mal – was macht diese Firma eigentlich heute? Als alter Adventure-Freund zieren noch heute dutzende große PC-Spiel Pappschachteln mein Regal, nur sind diese mittlerweile samt und sonders mehr als 10 Jahre alt. Ein Jahrzehnt! Mir ist durch diese News erst wieder bewußt geworden, wie lange ich von LucasArts nichts mehr gekauft habe. Das stimmt mich schon etwas nachdenklich.

LucasArts – das war mal ein großer Name für alle Fans von Adventures der Spitzenklasse, Monkey Island, Indinana Jones, Sam&Max und wie sie nicht alle hießen. Leider hat LucasArts sich aus diesem Genre mehr oder minder vollständig verabschiedet, viele Lizenzen sind in der Versenkung verschwunden (Monkey Island), andere nur noch im Actionbereich angesiedelt (Indy), oder als Fanprojekt weiterentwickelt (Maniac Mansion, DOTT) und nur Sam&Max hatten das große Glück, mit Tellatale Games ein kompetentes neues Zuhause zu finden. By the way: Sam& Max Season 1 und 2 sind einfach toll, und ein gutes Beispiel das Adventures eben doch zeitgemäß sein können, und kommerziell nicht ganz unerfolgreich.

Oder kennt noch jemand Tie Fighter und X-Wing? Rebel Assault anyone? Leider haben sich die Zeiten bei LucasArts sehr geändert, und man findet überwiegend Action- und Strategietitel im Star Wars Universum. Für den Cashflow ist das bestimmt gut, aber dieser frühere gefühlte Qualitätseindruck, dieses Unverwechselbare und Innovative wie bei sehr vielen älteren Titeln ist leider zumindest für mich nicht mehr spürbar. Das mag daran liegen, das Topseller in den Bereichen Grafik und Spielmechanik immer ähnlicher werden, und gerade dann sind kreative Köpfe gefragt. Das es funktioniert, hat z.B.  die neue Generation von Sam&Max gezeigt: Ein Episodensystem, gute Grafik und bissiger Humor haben dieses wohlige alte Adventure-Gefühl sofort zurückgebracht. Wo sind heute die kreativen Köpfe bei LucasArts?

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