Videospiele und Politik – das sind zwei Begriffe die nicht wirklich oft miteinander harmonieren. Aber heute geht es mal nicht um Wahlsorgen der CSU oder die tiefsitzende Angst vor Spielen, Jeans und Farbfernsehern. Nein, heute gibt es mal schöne Neuigkeiten.

Wie einige von euch sicher mitbekommen haben, gab auf Xbox Live in den USA eine Aktion, bei der man sich die Unterlagen zur Registrierung als Erstwähler downloaden konnte. Diese Aktion wurde von Rock the Vote angestoßen. Diese unabhängige Organisation möchte seit 1990 Neuwähler oder Menschen, die bislang nicht wählen gingen, an die Wahlurnen bringen. Ich finde, das ist eine sehr gute Sache, und würde auch der deutschen Politiklandschaft zugute kommen. Bei der Aktion auf Xbox Live konnten immerhin 55.000 Benutzer zum Download der Unterlagen bewegt werden.

Als besonderes Zuckerli durfte man dort auch abstimmen, wer Präsident werden soll. Und die Ergebnisse dort waren relativ eindeutig: Barack Obama bekam 43% der Stimmen, John McCain 31%, 13% würden einen anderen Kandidaten wählen und weitere 13% hatten sich noch nicht entschieden. Bei dieser Wahl haben 100.000 User mitgemacht. Das ist eine sehr hohe Zahl an Daten, mehr als das sehr renommierte US-Marktforschungsinstitut Gallup und die großen Fernseh-Networks NBC und CNN aktuell zusammen haben.

Zwar ist diese Wahl laut Microsoft nicht repräsentativ, aber sie läßt einige interessante Rückschlüsse zu. Barack Obama scheint bei technologie-affinen Neuwählern zumindest einen Vorsprung zu haben. Wieviel politisches Gewicht Computer- und Videospieler haben, ist schwer abzuschätzen. Aber es ist sicher, dass diese Wählerklientel mehr und mehr wächst. Es ergibt sich schlicht aus der Tatsache, das es immer mehr Leute gibt, die gerne spielen. Und Leute die spielen, sind offenbar auch stärker bereit, sich politisch zu engagieren.

Vielleicht haben sich bei dieser Wahl auch einige an dieses Video erinnert, das John McCain beim Thema Computerkenntnisse nicht besonders gut aussehen lässt.

Was auch immer den Ausschlag für diese relativ deutliche Wahl gegeben hat, es zeigt, das sich in der Politik die Geschichte oft wiederholt. Rock´n´Roll-Liebhaber und Biker (siehe Peter Struck), die noch vor einigen Jahrzehnten eher pauschal als gemeingefährlich bezeichnet worden wären, sind heute ganz oben in der Politik angekommen. Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis sich das gleiche auch bei uns Spielern abzeichnet, dass wir eine durchaus meinungsstarke und nicht mehr pauschal diffamierbare Wählerklientel sein werden, auf die Rücksicht zu nehmen ist.